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Die Städtischen Werke Magdeburg können mit ihrem mandantenfähigen Portfoliomanagementsystem eigene und fremde Beschaffung managen. In der Handelsabteilung der Städtischen Werke Magdeburg GmbH (SWM Magdeburg) hat sich in den letzten Jahren viel getan: Die strukturierte Beschaffung haben die Energieexperten immer weiter verfeinert, so dass heute ein umfangreiches Lieferantennetz und eigene Bilanzkreise existieren. Anhand detaillierter Beschaffungsportfolios organisieren die SWM-Händler nicht nur die eigene Bedarfsdeckung (zum Beispiel für Haushaltskunden und Kleingewerbe), sondern auch die vieler Sondervertragskunden. Des weiteren vermarkten die Mitarbeiter der Abteilung Handel auch den - beispielsweise im Müllheizkraftwerk - erzeugten Strom. Zur Realisierung dieser Aufgaben nutzen die Stadtwerke mit E-Risk Power von Dachs ein einfach zu handhabendes und mandantenfähiges Portfoliomanagementsystem. "Früher haben wir überwiegend mit Excel-Lösungen gearbeitet. Das war allerdings zum einen fehlerträchtig, zum anderen konnten wir Routineaufgaben nur sehr begrenzt automatisieren", berichtet Peter Busch, Sachgebietsleiter Handel bei den SWM Magdeburg. Da Busch und seine Kollegen mit einfachen Tabellen weder parallele Zugriffe mehrerer Benutzer verwalten noch die Daten revisionssicher speichern konnten, entschieden sie sich vor anderthalb Jahren für einen Systemwechsel. Für diesen sprach auch das immense Datenvolumen. Die Magdeburger suchten eine Software, die Schnittstellen zu SAP EDM und zu dem vorhandenen Prognosesystem bietet, und die den Aufgaben im Energiehandel gerecht wird. Zudem sollte sie sich nicht nur für Strom eignen, sondern in Kürze auch für das Management von Erdgas-Portfolios eingesetzt werden. Diese Anforderungen begrenzten die Auswahl auf wenige Systeme. Eines davon war E-Risk Power des Herstellers Dachs in Schwerin. "Das Angebot der Dachs GmbH fanden wir besonders interessant, weil es vom Datenimport über das eigentliche Portfolio- und Fahrplanmanagement und ein überaus flexibles Reporting bis hin zur Abrechnung alle relevanten Prozesse unterstützt, ohne an irgendeiner Stelle überfrachtet zu wirken", erinnert sich Busch. Außerdem überzeugte die IT-Abteilung der Datentransfer zu Fremdsystemen - in Magdeburg SAP EDM und eine weitere Branchenlösung. Das Programm musste allerdings vor seiner Einführung an die Besonderheiten der SWM Magdeburg angepasst werden. Denn dort werden außer den eigenen Portfolios auch die weiterer Stadtwerke verwaltet beziehungsweise Dienstleistungen wie Bilanzkreis- und Fahrplanmanagement erbracht.
Einer der Servicekunden sind die Stadtwerke Stendal. Als Anbieter in einem Ort mit 36 000 Einwohnern sind sie ein kleineres Energieunternehmen. Oft ist eine Person allein für bestimmte Prozesse wie die Strombeschaffung zuständig. Das funktioniert tadellos - solange niemand krank wird oder in den Urlaub geht. Dann allerdings wird es schon schwierig, in Stendal ein kontinuierliches professionelles Portfoliomanagement zu betreiben. In Zukunft kommt eine weitere Erschwernis hinzu: Wenn der EEX-Handel an sieben Tagen in der, Woche stattfindet, werden die personellen Kapazitäten gesprengt. Ein "rotierender Wochenend-EEX-Dienst" ist für die Stendaler nicht machbar. Also kooperieren sie mit ihrem Anteilseigner in Magdeburg. Die Stadtwerke Stendal möchten jedoch gerne selbst Einfluss auf die Strombeschaffung haben, also lang- und mittelfristige Geschäfte selber tätigen, aber alltägliche Aufgaben auf ihren Dienstleister übertragen. Heute können die Stendaler ihr Portfolio ebenfalls in E-Risk Power analysieren und eigenständig managen. Die täglichen Aufgaben wie Day-Ahead-Geschäfte, Fahrplanmanagement und Abrechnung übernehmen die Kollegen in Magdeburg. Damit das funktioniert, ohne dass sich die beiden Stadtwerke gegenseitig "in die Karten schauen", musste die Software modifiziert werden. Eine ausgeklügelte Rechteverwaltung ermöglicht nun, Nutzer nur für bestimmte Bereiche freizuschalten.
Das Mandantenkonzept wurde dazu über die bloße Abbildung getrennter Portfolios und Mandanten dahingehend erweitert, dass zum Beispiel die SWM Magdeburg zwar Zugriff auf die verbleibende Restposition der Stadtwerke Stendal für den Day-Ahead-Handel haben, aber die dahinterliegenden OTC-Geschäfte nicht sehen geschweige denn ändern können. Das gemeinsame Portfoliomanagement in einer Programm-Lösung hat den Vorteil, dass alle Informationen in einer Datenbank liegen und keine komplizierte Datenübergabe von den Stendalern an die Magdeburger erforderlich ist. Um Routinejobs wie das Day-Ahead-Trading oder Fahrplanmanagement für ihre Kunden zu erledigen, können die Magdeburger direkt auf die nötigen Daten zugreifen. Nach einem Vierteljahr Parallelbetrieb löste die neue Software als Portfoliomanagementsystem die Excel-Tools in Magdeburg komplett ab. Seitdem sind die automatische Angebotserstellung, eine einfache Verteilung von Kosten auf verschiedene Portfolios oder die schnelle Integration der Realtime-Handelspreise ins System kein Problem mehr. "Um zum Beispiel unseren Sondervertragskunden ein Angebot passend zu ihrem Bedarf zu machen, benötigen wir heute quasi nur einen Mausklick. Auf Basis der Verbrauchswerte und der aktuellen OTC-Preise errechnet die Software die Hourly-Price-Forward-Curve automatisch und zeigt dazu die Über- und Unterdeckung grafisch an", freut sich Sachgebietsleiter Busch.
Dass das Fahrplanmanagement für die SWM Magdeburg und deren Kunden auch ohne besondere Eingriffe des Bedieners abläuft, versteht sich fast von selbst. Busch erläutert: "Die Automatismen erleichtern uns die Arbeit enorm. So können wir uns umso besser auf die mittel- und langfristige Strombeschaffung konzentrieren."
Mit E-Risk seien die Magdeburger für das Portfoliomanagement weiterer Kunden gut gerüstet, meint er. "Je mehr mitmachen, desto effektiver und preiswerter wird es für alle. Wir bieten unseren Service daher auch Stadtwerken an, an denen wir keine Beteiligung halten. Für sie ist das mit keinerlei Risiko verbunden, denn jeder kann nur seine Portfoliostruktur einsehen und beeinflussen."
erschienen in "Energie & Management" (15. August 2008, Seite 12)
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